10.07.2017logo wn

„Glaube, Sitte und Heimat werden gelebt“

 Schützen bekennen sich zu Tradition und christlichen Werten:

2017 07 10 schuetzenfest02 Am Ehrenmal auf dem Ottmarsbocholter Friedhof fanden sich die Schützen ein,
um der Gefallenen zu gedenken. Foto: ure

Als Gott den amerikanischen Präsidenten Donald Trump danach fragt, woran er glaubt, antwortet der: „Ich glaube, du sitzt auf meinem Stuhl.“ Bei diesem Teil der Predigt von Pfarrer Klemens Schneider ging am Sonntagmorgen ein Gelächter durch die St.-Urban-Kirche. Den Pfarrer machte dieser Satz jedoch nachdenklich: „Weil mehr dahinter stecken könnte als nur ein Witz.“ Für ihn sei das Gegenteil von Glaube nicht der Zweifel, „sondern der Egoismus und die Selbstvergötterung“. Trump sei ein Beispiel dafür. „Und das kann ins Auge gehen“, so Schneider.

Für viel Gesprächsstoff nach dem Gottesdienst war damit gesorgt. Das Schützenfest wurde nun mit der Gefallenenehrung auf dem Friedhof fortgesetzt, wobei Oberst Markus Möller auf die Geschehnisse in Ottmarsbocholt zum Kriegsende 1945 hinwies. Er finde es gut, dass mit dem Gedenkstein am Spieker an den mutigen Einsatz erinnert werde, der Ottmarsbocholt seinerzeit vor Kampfhandlungen durch die vorrückenden amerikanischen Truppen bewahrt habe. „Solche couragierten Mitbürger brauchen wir auch heute mehr denn je“. Zu viele feige Attentate hätten in jüngster Zeit im einst so sicheren Deutschland für tiefe Betroffenheit gesorgt.

Später, auf dem Festplatz, hob er den „Zusammenhalt der Ottmarsbocholter“ hervor, der im September beim 300-jährigen Jubiläum überzeugend zum Ausdruck gekommen sei. Man habe damals spüren können, dass Werte wie Glaube, Sitte und Heimat nicht nur in den Statuten stünden, sondern auch „gelebt wurden“. Dieses alles führt nach Möllers Ansicht dazu, dass das kleine Ottmarsbocholt „unheimlich attraktiv“ sei. Der hohe Bedarf an Baugrundstücken sowie die notwendig gewordene Schaffung weiterer Kindergartenplätze würden dieses belegen. Ein weiterer Aspekt seiner Ansprache galt dem in diesem Frühjahr vollzogenen „Generationenwechsel“ in der Führung der Bruderschaft: „Ein neues Team, welches unseren Verein weiterhin dynamisch und zukunftsorientiert lenken wird“, sagte der Oberst.

 

Quelle: Westälische Nachrichten/Ulrich Reismann